Vereinsgeschichte


1905 Vereinsgründung

Wie in vielen umliegenden Gemeinden war auch in Kirnbach der Wunsch nach einer eigenen Musikkapelle vorhanden. Der hiesige Militärverein, setzte alles daran, dies in die Tat umzusetzen. Der Geburtstag von Kaiser Wilhelm II. am 27.01.1905 wurde alljährlich mit einem Festakt gefeiert, aus diesem Anlass führte der Militärverein einen musikalischen Aufmarsch durch.

Durch die Initiative von Röcklebauer Christian Schondelmaier gründeten 14 Musiker einen unabhängigen Verein.

Die erste große Hürde, die genommen werden musste, war die Beschaffung von Instrumenten.

Die Musiker gingen im Tal von Haus zu Haus und baten um Unterstützung. Auch die Gemeinde stellte einen größeren Betrag zur Verfügung, so konnte mit der Probenarbeit begonnen werden.

Der erste Auftritt erfolgte am 09.10.1905 zum Geburtstag des Großherzogs von Baden.

Im Jahre 1913 übernahm der gebürtige Kirnbacher Georg Breithaupt aus St. Georgen das Dirigentenamt. Mit ihm begann der eigentliche Aufschwung. Der erste große Ausflug erfolgte 1925 anlässlich des Trachtenfestes in Stuttgart. Die Musiker, allesamt in Tracht, wurden durch eine Trachtengruppe begleitet. Am Sonntag wurde eine Stadtrundfahrt in zwei Automobilen durchgeführt. Für alle Beteiligten ein beeindruckendes Erlebnis.

Nachweislich seit 1926, wahrscheinlich aber seit Anbeginn, führt der Musikverein jedes Jahr seine allseits beliebte „Maimusik“ durch. Im Laufe der Zeit veränderten sich die einzelnen Routen und Stationen kaum. Wurde anfänglich noch um 5.00 Uhr begonnen, so wird seit Einführung der Sommerzeit ab 7.00 Uhr aufgespielt.

Da die Anschaffung einer Uniform aus finanziellen Gründen noch nicht in Frage kam, wurden 1926 einheitliche Mützen gekauft. Die erste Uniform folgte nach dem 25-jährigen Jubiläum.


Vereinsgeschichte

- Dirigenten -

- Vorsitzende -

aktive Mitglieder

Bläserjugend


  


  

1930 Das 25-jährige Jubiläum

25 Kapellen aus dem Kinzigtal-Gauverband nahmen an einer Sternwanderung auf das Moosenmättle teil. Bei der Anmeldung mussten die Teilnehmer mitteilen, wie die Anreise erfolgen sollte, wobei fast alle Kapellen zu Fuß auf das Moosenmättle kamen.

Der zweite Weltkrieg unterbrach jegliche musikalische Tätigkeit.


1946 Neubeginn

Die Freude an der Musik und die gute Kameradschaft war der Anlass zu einem schnellen Neubeginn. Der Vorsitzende Jakob Wöhrle, Schuhmachermeister, erreichte bei der Besatzungsmacht eine entsprechende Erlaubnis. Da unser Ehrenmitglied Karl Sum viele Instrumente und das gesamte Notenmaterial vor der Besatzungsmacht auf der Kirchenbühne in Sicherheit gebracht hatte, konnte mit der Probenarbeit zügig begonnen werden.

1948 erfolgte im Gasthaus Krone das erste Konzert, 1949 das erste Wertungsspiel in Oppenau.


1955 Das 50-jährige Jubiläum

Vom 11.–13. Juni 1955 war auf der Festwiese am Kinzigvorland ein Zelt für 2800 Personen aufgebaut. Sieben Gründungsmitglieder konnten am Festbankett teilnehmen, wobei Röcklebauer Christian Schondelmaier vom Verbandspräsidenten für seine 50-jährige aktive Mitgliedschaft ausgezeichnet wurde. Bürgermeister Staiger würdigte die Leistungen der Musikkapelle und überreichte als Dank einen großen Kaiserbass. Dieses wirklich imposante Instrument kann heute immer noch gespielt werden.

Der eigentliche Höhepunkt des Jubiläums war zweifelsfrei der Massenchor, der nach dem Festumzug stattfand. Mehr als 800 Musiker nahmen daran teil. Unter der erfolgreichen musikalischen Leitung von Engelbert Belli nahm der Musikverein an vielen Wertungsspielen teil.

Im Zuge der steigenden Mobilität folgten aber auch die ersten musikalischen Ausflüge ins benachbarte Ausland, so 1958 nach Meiringen in der Schweiz.

In der Generalversammlung 1972 wurde der Beschluss gefasst, den Musikverein in Tracht einzukleiden. Damit ging ein lang gehegter Wunsch vieler Musiker in Erfüllung. Bereits an Ostern des gleichen Jahres konnte die Kapelle in Tracht auftreten.

Bis heute werden die meisten Auftritte in Tracht durchgeführt, besonders unsere Musikerinnen sind dabei ein beliebtes Fotomotiv.


75-jähriges Jubiläum sowie Verbandsmusikfest vom 04. - 07. Juli 1980

Durch die starken Regenfälle gestaltete sich der Zeltaufbau auf dem Kinzigvorland recht schwierig. Dennoch konnte das Fest bei schönem, sonnigem Wetter gefeiert werden. Ein besonderer Augenschmaus war der Festumzug am Sonntagmittag. Bei herrlichem Wetter konnten 35 Gruppen, Musikkapellen, Trachtenvereine und Festwagen durchs Tal ziehen. Mehrere tausend Festbesucher erfreuten sich an dem farbenprächtigen Spektakel.

1983 nahm die Kapelle nach längerer Pause am Wertungsspiel in Wolfach teil und konnte in der Mittelstufe einen 1. Rang mit Auszeichnung erreichen. Es folgten verschiedene Auftritte, so wurde im Mai 1983 ein gemeinsamer Heimatabend der Gemeinden Gutach, Reichenbach und Kirnbach veranstaltet. Mit diesem außergewöhnlichen Auftritt sollte gegen die immer größer werdende Vermarktung des Bollenhutes demonstriert werden.

Der 80. Geburtstag wurde auf dem Moosenmättle gefeiert.

Seit vielen Jahren veranstalteten einige Kirnbacher Vereine ihr Sommerfest auf dem idyllisch gelegenen Moosenmättle. Leider konnte es auf dem 850 m ü.M. gelegenen Festplatz bei Regen, Wind oder Nebel sehr ungemütlich und kalt sein. Dies mussten auch unsere Musikfreunde aus Ulmen feststellen, die extra für dieses Festwochenende angereist waren.

In der Generalversammlung am 25.01.1986 wurde der Eintrag der Trachtenkapelle in das Vereinsregister beschlossen.

Im Sommer 1991 verließ Dieter Küstler aus beruflichen Gründen die Stadtkapelle Wolfach und daraus folgend auch die Trachtenkapelle Kirnbach. In den sieben Jahren seines Wirkens prägte er die Kapelle ganz entscheidend mit. Seine individuelle Persönlichkeit und seine einzigartige Begabung, musikalisches Wissen weiterzugeben, haben die Musiker in ihrer musikalischen Entwicklung weit vorangebracht.

Im Juli 1995 wurde das Sommerfest erstmals auf der Wiese des Hildadeshof durchgeführt. Begünstigt durch das schöne Wetter wurde dieses Sommerfest ein voller Erfolg, so dass man sich für eine Beibehaltung dieses Festortes aussprach. Nachdem man seit 1995 musikalisch positive Wege mit Harald Armbruster gegangen war, und auch die Jugendausbildung unter seiner Leitung beachtliche Erfolge brachte, stieß man finanziell an eine Grenze, die der Musikverein nicht überschreiten wollte. Deshalb trennte man sich im Juli 1997 einvernehmlich. Im Sommer 1997 übernahm unser Flügelhornist und langjähriger Vizedirigent Reiner Springmann die Kapelle.

In Vorbereitung auf das Jubiläum war im Juni 2004 in der Gemeindehalle eine Ausstellung zu sehen, welche in vielen Bildern, Schriftstücken und Zeitdokumenten die vergangenen 100 Jahre aufzeigten. Dieser umfangreiche Einblick in die Vereinsgeschichte fand bei der Bevölkerung regen Anklang.

Beim Jahreskonzert im Oktober 2004 trat der Musikverein erstmals in seiner neuen Uniform auf. Nur durch die große finanzielle Beteiligung der Musiker, sowie der Stadt Wolfach und vieler Einzelspenden aus der Bevölkerung war es möglich, die gesamte Kapelle neu einzukleiden.


100-jähriges Vereinsjubiläum 2005

Am 05.03.2005 waren einige Musiker der Einladung von Bundespräsident Horst Köhler nach Marktoberdorf, ins Allgäu gefolgt. In einem Festakt wurden die Vereine geehrte, welche 2005 die Pro-Musica Plakette erhalten. Da die Musiker selbstverständlich in Tracht erschienen, waren Sie ein besonderer Augenschmaus unter den vielen hundert geladenen Gästen.

Beim Festbankett am 16. April 2005 überreichte Staatssekretär Helmut Rau, Präsident des Bund Deutscher Blasmusikverbände, die Pro-Musica Plakette in der Gemeindehalle. Diese vom Bundespräsidenten verliehene Auszeichnung wird für 100-jährige nachgewiesene musikalische Arbeit vergeben.

Das Festbankett fand unter Mitwirkung des Musikvereins aus Ulmen/Eifel statt. Mit den Musikern aus der Eifel besteht seit mehr als 35 Jahren eine enge Verbindung. Dieser Kontakt entstand durch die damalige Tanzkapelle und wurde seither durch gegenseitige Besuche immer wieder gepflegt.



08. – 11. 07. 2005 Jubiläumswochenende auf dem Kinzigvorland

Unter überwältigender Mithilfe der Bevölkerung und tatkräftigem Einsatz aller Aktiven wurde das große Festzelt auf dem Kinzigvorland, bei bestem Sommerwetter in kürzester Zeit aufgebaut, eingerichtet und mühevoll dekoriert. So konnte am Freitag das Festwochenende mit der „Baden Media Kult Party“ begonnen werden.

Der Samstag stand ganz im Rahmen der Volksmusik, unter der Moderation vom Mario Vogt traten bekannte Künstler aus Funk- und Fernsehen auf. Der Publikumsliebling es Abends war zweifelsfrei Andy Borg. Der durch seinen Humor und Professionalität das Publikum schnell in seinen Bann zog. Leider spielte das Wetter an diesem Wochenende verrückt, immer wieder wechselten sich Gewitterstürme und strahlender Sonnenschein ab. Das Festzelt wurde dabei auf eine harte Probe gestellt und auch der Festplatz musste unter den Wetterbedingungen sehr leiden.

Am Sonntag, pünktlich um 14.00 Uhr konnte der Musikverein den Festumzug anführen. 30 Gruppen marschierten talabwärts, an den Ehrentribüne vorbei, in das Festzelt. Wobei der Jubelverein am herrlich geschmückten Torbogen sich zum Spalier aufgestellt hatte. Der Festsonntag stand ganz im Zeichen der Blasmusik und des Verbandsmusikfestes. Am Abend spielten „Wilfried Rösch und seine Böhmischen Freunde“ auf.

Zur Gallerie mit Bildern des Jubiläums kommen Sie hier...

Die Jüngsten konnten am Montag, beim abwechslungsreichen Kinderprogramm teilnehmen. Zum Handwerkervesper unter der Mitwirkung des Musikverein aus Sulzbach füllte sich das 1800-Personen-Zelt bis auf den letzen Platz. Die Stimmung war fröhlich und ausgelassen, was sich bis zum Festausklang mit den „Gälfißler“ fortführte.

Noch in der gleichen Nacht wurde das Festzelt abgebaut und bereits am nächsten morgen, war außer den Flurschäden vom gelungenen Jubiläumsfest fast nichts mehr zusehen. Nach den langen Vorbereitungen und dem gelungenen Jubiläum wollten die Musiker den Herbst etwas ruhiger angehen lassen und so entschied man sich das Jahreskonzert ausfallen zu lassen. Satt dessen wurde im März 2006 in der Ev. Kirche in Kirnbach ein Kirchkonzert gegeben. Der Erlös war für die anstehende Kirchenrenovierung und die eigene Jugendarbeit bestimmt.

Das Sommerfest fand in kleinem Rahmen in der Gemeindehalle statt. Im Spätsommer unternahmen die Musiker einen Ausflug nach Garmisch-Partenkirchen. Es waren herrliche Tage, mit einem abwechslungsreichen und geselligem Programm für Jung und Alt.

Im Herbst 2006 teilte Reiner Springmann mit, dass er im Oktober 2006 sein letztes Jahreskonzert am Dirigentenpult leiten wird. Nach 10-jähriger erfolgreicher und harmonischer Zeit als Dirigent und vielen Jahren als „Vize“ wollte er wieder in die Reihen der Musiker zurückkehren.

Mit Siegfried Weisser, aus Hardt, wurde  schnell ein Nachfolger gefunden.
2009 konnten unsere Musikfreunde aus Ulmen ihr 40-jähriges Jubiläum feiern. Für uns Musiker war es daher selbstverständlich die Einladung der Musikfreunde aus der Eifel anzunehmen und mit ihnen gemeinsam dieses Ereignis zu feiern. Begleitet wurden  wir von etlichen ehemaligen Musikern die bereits seit über 40 Jahren persönliche Kontakte in Ulmen pflegen.
Im Frühjahr 2010 entschied sich Herr Weisser sein Amt abzugeben. In seiner nur 3-jährigen Amtszeit konnte er durch sein musikalischen Können, eine sehr gute Probenarbeit und seinen einzigartigen Humor überzeugen, so dass wir uns nur ungern von ihm trennten.

Erfreulicherweise konnte mit Ralf Breßlein aus Bad-Peterstal Griesbach ein lückenloser Übergang erfolgen. Unter seiner Leitung haben wir im Herbst das Jahreskonzert und im Frühjahr 2011 auch  ein Kirchenkonzert durchgeführt. Unter Mitwirkung der Prinzbach Highlander konnte in der vollbesetzten Kirche eine außergewöhnliche, musikalische Atmosphäre geschaffen werden. Die überaus großzügig  eingegangenen Spenden wurden für die anstehende Kirchenrenovierung und die eigene Jugendarbeit verwendet. Im Mai 2011 trennten sich die musikalischen Wege bereits wieder.

 

 

© Copyright 2007 Musikverein Trachtenkapelle Kirnbach e.V. 1905